Forschungsfelder
FORSCHUNG
Die Forschungsfelder des Augen-Laserzentrums Halle beziehen sich auf grundlagenwissenschaftliche Aspekte der Laseranwendung am Auge, experimentelle Untersuchungen zur Applikation neuer Lasertechnologien, aber auch die klinische Erprobung neuer Therapieansätze in der refraktiven Chirurgie. Beispielhaft stellen wir hier drei Projekte vor, die von den Mitarbeitern des Augen-Laserzentrums bearbeitet werden:
LASIK mit Wellenfrontanalyse
Aberrationen (Brechungsfehler) höherer Ordnung führen dazu, dass selbst bei einer sphärischen Korrektur auf +/- 0 Dioptrien das optimale Auflösungsvermögen des Auges nicht erreicht wird. Ziel der Untersuchungen zur Wellenfront-LASIK ist es deshalb, diese Abbildungsfehler durch eine Wellenfrontanalyse vor der Operation zu bestimmen und durch verbesserte Abtragsalgorithmen weitestmöglich zu korrigieren.
Dazu wird ein regelmäßiges Punktmuster auf die Netzhaut projiziert und das von dort reflektierte Muster detektiert. Die Wellenfrontanalyse definiert dann die Verzerrungen der planen Wellenfront, die vorwiegend durch die Augenhornhaut und die Linse erzeugt werden und bei jedem Auge unterschiedlich sind. Aus den gemessenen Unterschieden in der eintretenden und der austretenden Wellenfront lassen sich dann sogenannte Zernike-Polynome definieren. Das sind Gleichungen, die die Aberrationen mathematisch beschreiben. Ausgehend von diesen Koeffizienten wird dann eine optimierte Laserkorrektur berechnet.
Im Augen-Laserzentrum Halle werden die Zeiss-Daten (CRS-Master) aller untersuchten Patienten kontinuierlich erfasst und mit Zyoptix-Messungen (Bausch & Lomb) verglichen. Es wird untersucht, wie exakt die Übertragung der Wellenfrontanalyse auf die kornealen Ablationsparameter möglich ist, wobei insbesondere der Effekt der Zyklorotation der Augen systematisch ausgewertet wird.
Tränensekretion und Benetzung nach refraktiver Hornhautchirurgie
Insbesondere bei LASIK-Eingriffen werden die oberflächlichen Hornhautnerven (Trigeminus) geschädigt und durchtrennt. Die Folge ist eine gestörte Hornhautsensibilität, eine herabgesetzte Blinkfrequenz und eine verminderte Benetzung des Auges für etwa ein halbes Jahr. Im Augen-Laserzentrum wird untersucht, ob und wie unterschiedliche Benetzungsmittel einer Benetzungsstörung durch refraktive hornhautchirurgische Eingriffe vorbeugen und eine Nervenregeneration fördern können.
UV-A-Crosslinking-Ganzfeldablation
In jüngster Zeit ist es gelungen, bei Hornhautverdünnung (Keratokonus) durch den Einsatz von Riboflavin in Kombination mit UV-A-Bestrahlung eine Vernetzung der Hornhautmoleküle zu erreichen und damit den kornealen Krümmungsradius zu stabilisieren. Wir untersuchen klinisch und experimentell, inwieweit durch Ganzfeld-Ablationen mit dem Excimer-Laser ebenfalls ein Vernetzungseffekt erzielt werden kann.
